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Geschichte der Freimaurerei in Köln:
Als erster gesicherter Nachweis eines Ursprungs für
spätere Logengründungen in Köln ist eine
Bauhütte anzusehen, die 1638 unter dem Namen „Loge
de St. Jean“ in Köln gestiftet wurde und in
einem Haus in der Straßburger Gasse 1073 am Heumarkt
arbeitete. Sie erhielt von der Großloge „Casimir
zu den neun Sternen zu Prag“ mit Diplom vom 30.
November 1704 unter dem Namen „Loge du Secret des
III. Rois“ eine Konstitution für Johannis-
und höhere Grade. Die feierliche Installation erfolgte
am 06. Januar 1705...
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Das Wandgemälde im Kölner
Logenhaus:
1967 betrat ich zum ersten Mal ein Logenhaus. Ich war
Gast der Johannisloge „Freimut und Wahrheit“
zu Coeln. Anlässlich einer Öffentlichkeitsveranstaltung
im Bankettsaal sah ich das Symbolgemälde. Ich erinnere
mich, ich war verwirrt. Das also ist die Darstellung der
Freimaurerlehre? Das alles, was auf dem Gemälde gezeigt
wird, muss ich lernen und eines Tages beherrschen? Wieder
eine Art Schule?...
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Was
ist Freimaurerei?
Freimaurerei ist kein symbolisches
System, sondern ein Verhaltensmuster für eine menschliche
Gesellschaft. Ihre gedankliche Basis, das maurerische
Menschenbild, nimmt im europäischen Denken eine
Sonderstellung ein. Alle philosophischen Systeme und
Religionen grenzen sich gegenseitig ab, betonen die
Gegensätze und trennen so ihre Mitwelt in Fürsprecher
und Gegner. Anders das maurische Denken: es ist verbindend,
integrierend.
Für den Freimaurer ist ein höchstes Wesen
Grundlage seiner sittlichen Verantwortung. Die Große
Landesloge der Freimaurer von Deutschland setzt das
Bekenntnis zur Lehre Christi voraus. Darüber hinaus
bleibt jedem Einzelnen überlassen, den Freiraum
auszufüllen mit den Vorstellungen seines Bekenntnisses
oder seiner philosophischen Überzeugung.
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Gegenüber der modernen
positivistischen Naturwissenschaft und Technik nimmt
das maurerische Denken keine Entweder-Oder-Position
ein. Beide sind zwar unverzichtbar, dürfen
jedoch nicht wert- oder verantwortungsfrei ihre
Eigendynamik entwickeln. Die Freimaurerei entwickelt
die ethischen Normen, die Wissenschaft und Technik
erst zu Werkzeugen des Menschen statt zu einer Gefahr
für seine Menschlichkeit werden lassen. Sie
versucht, das wissenschaftliche Denken und Handeln
mit der humanistischen Tradition des Abendlandes
wieder in Einklang zu bringen.
Mit der freiheitlichen staatlichen Gemeinschaft
hat sich das freimaurerische Denken von jeher ebenso
identifiziert wie es sich mit jeder Form des totalitären
Anspruches als unverträglich erwiesen hat.
Die Freimaurerei ist eine der historischen Wurzeln
des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates und
ihre Prinzipien der Toleranz und der Brüderlichkeit,
die im freimaurerischen Menschenbild ihren Ausdruck
finden, machen die 275 Jahre alte Freimaurerei auch
in heutiger Zeit zu einer der wichtigsten modernen
geistigen Bewegungen. |
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Das freimaurerische Menschenverständnis
Freimaurerische Begriffe lassen sich in initiatische und
profane Defi nitionen einteilen. Begriffe, deren Bedeutung
nur Freimaurern verständlich sind, heißen initiatisch,
solche, die jedermann verständlich sind, nennen wir
profan. Der wohl grundlegende initiatische Begriff par
excellence ist „das Geheimnis“. Grundlegende
profane Begriffe sind Freiheit, Toleranz, Brüderlichkeit.
Von diesen sowohl profanen wie initiatischen Grundbegriffen
lassen sich grundsätzlich alle weiteren, wie z. B.
Liebe, Güte, Wohltätigkeit, Respekt, Solidarität
und Selbstveredlung ableiten. Freiheit ist eine unwiderlegbare
und unauslöschliche Gegebenheit unserer Lebenserfahrung.
Wir wissen, dass wir frei sind und immer zwischen zwei
oder mehr Möglichkeiten eine verantwortliche Entscheidung
zu treffen haben. Diese Erfahrung der Freiheit wird vor
allem bei moralistischen Entscheidungen sichtbar, das
heißt, bei der Entscheidung für oder gegen
einen moralischen Wert. Wir mögen auf Grund theoretischer
Überlegungen die Freiheit leugnen und einen Determinismus
begründen, im praktischen Leben können wir nur
so handeln, als ob wir frei wären. Auch im Leben
einer Gesellschaft wird Freiheit immer vorausgesetzt,
denn Begriffe wie Gut und Böse, Recht und Unrecht,
Bestrafung und Belohnung hätten gar keinen Sinn,
wenn sie nicht ihre Wurzel in der inneren Erfahrung der
Freiheit hätten...
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